Eingezogene Brustwarzen

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Eingezogene Brustwarzen — medizinisch auch als Schlupfwarzen oder invertierte Mamillen bezeichnet — sind häufiger als viele denken. Etwa 10–20 % aller Frauen sind betroffen. In den meisten Fällen handelt es sich um eine angeborene Besonderheit, die keine gesundheitliche Gefahr darstellt. Dennoch können eingezogene Brustwarzen das Körpergefühl beeinflussen und praktische Einschränkungen mit sich bringen — etwa beim Stillen. Als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie behandle ich in meiner Praxis BONITAS in Nürnberg Patientinnen, die sich eine Korrektur wünschen, und möchte in diesem Beitrag umfassend informieren.

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Was sind eingezogene Brustwarzen?

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Bei eingezogenen Brustwarzen (Schlupfwarzen) ist die Brustwarze ganz oder teilweise nach innen gezogen, anstatt leicht über die Brustoberfläche hervorzustehen. Die Ursache liegt in verkürzten Milchgängen oder Bindegewebssträngen, die die Brustwarze nach innen ziehen.

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Wichtig zu unterscheiden: Es gibt einen groĂźen Unterschied zwischen angeborenen und erworbenen eingezogenen Brustwarzen.

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  • Angeboren: Seit der Pubertät bestehend, meist beidseitig, in der Regel harmlos
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  • Erworben: Neu aufgetreten — eine bisher normale Brustwarze zieht sich plötzlich oder allmählich ein
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Wichtiger Hinweis: Eine neu aufgetretene Einziehung der Brustwarze — insbesondere einseitig — sollte immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Sie kann ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein, die eine weitere Diagnostik erfordert.

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Die drei Grade eingezogener Brustwarzen

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Eingezogene Brustwarzen werden in drei Schweregrade eingeteilt. Diese Einteilung ist wichtig, weil sie die Behandlungsmöglichkeiten und die Auswirkungen auf das Stillen beeinflusst.

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Grad 1 — Leichte Inversion

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  • Die Brustwarze lässt sich durch leichten Druck oder Kältereiz manuell hervorholen
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  • Sie bleibt fĂĽr eine gewisse Zeit in der normalen Position
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  • Milchgänge sind in der Regel nicht beeinträchtigt
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  • Stillen ist meist möglich
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  • Es besteht nur eine leichte Fibrose
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Grad 2 — Moderate Inversion

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  • Die Brustwarze lässt sich hervorholen, zieht sich aber sofort wieder zurĂĽck
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  • Moderate Fibrose und teilweise verkĂĽrzte Milchgänge
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  • Stillen kann erschwert sein
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  • Konservative MaĂźnahmen (Saugvorrichtungen) zeigen oft nur kurzfristige Wirkung
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Grad 3 — Schwere Inversion

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  • Die Brustwarze lässt sich auch durch Druck oder Stimulation nicht hervorholen
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  • Ausgeprägte Fibrose und stark verkĂĽrzte Milchgänge
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  • Stillen ist in den meisten Fällen nicht möglich
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  • Häufig besteht auch eine Hygiene-Problematik durch die tiefe EinstĂĽlpung
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  • Eine operative Korrektur ist in der Regel die einzige wirksame Option
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Ursachen eingezogener Brustwarzen

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Angeborene Ursachen

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Die häufigste Ursache ist eine angeborene Verkürzung der Milchgänge (Ductus lactiferi) oder eine verstärkte Bindegewebsbildung im Bereich der Brustwarze. Während der Brustentwicklung in der Pubertät wird die Mamille normalerweise durch das Wachstum des Brustgewebes nach außen geschoben. Sind die Milchgänge zu kurz, bleibt die Brustwarze eingezogen.

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Erworbene Ursachen

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Eine bisher normale Brustwarze, die sich plötzlich einzieht, kann verschiedene Ursachen haben:

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  • EntzĂĽndungen: Mastitis oder Abszesse können Narbengewebe verursachen
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  • Nach einer Brustoperation: Narbenzug nach vorherigen Eingriffen
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  • Brusterkrankungen: Eine neu aufgetretene einseitige Einziehung muss abgeklärt werden
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  • Alterungsprozesse: Gewebeveränderungen im Laufe des Lebens
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Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

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Nicht jede eingezogene Brustwarze erfordert eine ärztliche Behandlung. In folgenden Situationen ist jedoch eine Abklärung empfehlenswert:

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  • Neu aufgetreten: Eine bisher normale Brustwarze zieht sich ein — vor allem einseitig
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  • Begleitende Symptome: Sekretion, Rötung, Hautveränderungen, tastbare Verhärtungen
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  • Stillwunsch: Bei Kinderwunsch und bestehenden Schlupfwarzen kann eine frĂĽhzeitige Beratung sinnvoll sein
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  • Psychische Belastung: Wenn die Veränderung das KörpergefĂĽhl oder die Intimität beeinträchtigt
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  • Hygienische Probleme: Bei tiefer EinstĂĽlpung (Grad 3) kann es zu wiederkehrenden EntzĂĽndungen kommen
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Behandlungsmöglichkeiten bei eingezogenen Brustwarzen

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Konservative MaĂźnahmen

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Bei Grad 1 können konservative Maßnahmen versucht werden:

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  • Niplette (Saugvorrichtungen): Kleine Kunststoffkappen, die durch sanften Unterdruck die Brustwarze hervorziehen. Die Anwendung erfolgt ĂĽber mehrere Wochen bis Monate. Der Erfolg ist bei Grad 1 möglich, bei Grad 2–3 meist nicht ausreichend.
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  • Hoffman-Technik: Eine manuelle Dehntechnik, bei der die Brustwarze durch gegenläufigen Druck an der Basis mobilisiert wird. Die wissenschaftliche Evidenz ist begrenzt.
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Operative Korrektur

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Bei Grad 2 und 3 ist eine operative Korrektur in der Regel die effektivste Option. Der Eingriff zählt zu den kleineren Operationen der Brustkorrektur und wird häufig in örtlicher Betäubung durchgeführt.

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Ablauf der Operation:

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  • Ein kleiner Schnitt am Rand der Brustwarze
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  • Lösung der verkĂĽrzten Milchgänge und Bindegewebsstränge, die die Brustwarze nach innen ziehen
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  • Stabilisierung der Brustwarze in der neuen Position
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  • Feine Naht — die Narbe ist nach Abheilung in der Regel kaum sichtbar
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Wichtige Aspekte:

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  • Dauer: Etwa 30–60 Minuten pro Seite
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  • Betäubung: In der Regel Lokalanästhesie, auf Wunsch mit Dämmerschlaf
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  • Ausfallzeit: Die meisten Patientinnen sind nach wenigen Tagen wieder gesellschaftsfähig
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  • Sport: Leichte Aktivitäten nach 1–2 Wochen, Oberkörpertraining nach 4–6 Wochen
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  • Narbe: Am Brustwarzenhof — heilt erfahrungsgemäß sehr diskret ab
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Stillen nach der Korrektur — was Sie wissen sollten

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Die Frage nach der Stillfähigkeit ist für viele Patientinnen zentral. Die Antwort hängt von der Operationstechnik und dem Grad der Inversion ab:

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  • Milchgangerhaltende Technik: Bei leichteren Graden kann versucht werden, die Milchgänge zu erhalten. Die Stillfähigkeit kann in diesem Fall bestehen bleiben.
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  • Milchgangtrennung: Bei Grad 3 ist es häufig notwendig, die verkĂĽrzten Milchgänge zu durchtrennen, um ein stabiles Ergebnis zu erzielen. In diesem Fall ist Stillen in der Regel nicht mehr möglich.
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Wenn ein Kinderwunsch besteht, bespreche ich mit Ihnen ausführlich die Optionen und wäge ab, welche Technik für Ihre Situation die sinnvollste ist.

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Beratung bei BONITAS in NĂĽrnberg

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Eingezogene Brustwarzen sind ein häufiges Thema, über das selten offen gesprochen wird. Viele Patientinnen tragen das Thema seit Jahren mit sich, bevor sie den Schritt zur Beratung machen. In meiner Praxis BONITAS nehme ich mir die Zeit, Ihre Situation zu verstehen, die Möglichkeiten zu besprechen und gemeinsam die beste Lösung zu finden.

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Wenn Sie Fragen zu eingezogenen Brustwarzen haben oder eine Beratung wĂĽnschen, freue ich mich ĂĽber Ihre Nachricht.

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Häufige Fragen: Eingezogene Brustwarzen

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Sind eingezogene Brustwarzen gefährlich?

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Angeborene eingezogene Brustwarzen sind in der Regel harmlos und stellen keine gesundheitliche Gefahr dar. Wenn sich eine bisher normale Brustwarze jedoch plötzlich einzieht — besonders einseitig — sollte dies zeitnah ärztlich abgeklärt werden, um andere Ursachen auszuschließen.

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Kann ich trotz Schlupfwarzen stillen?

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Bei Grad 1 ist Stillen in den meisten Fällen möglich, gegebenenfalls mit Hilfsmitteln wie Brusthütchen. Bei Grad 2 kann es schwieriger sein. Bei Grad 3 ist Stillen oft nicht möglich — unabhängig davon, ob eine Operation durchgeführt wurde oder nicht. Eine Stillberatung vor der Geburt kann hilfreich sein.

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Kommen eingezogene Brustwarzen nach einer OP zurĂĽck?

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Die Rückfallrate hängt vom Grad der Inversion und der angewandten Technik ab. Bei erfahrener Operationstechnik und korrekter Indikation ist die Rate gering. Bei Grad 3 mit vollständiger Milchganglösung ist das Ergebnis in der Regel dauerhaft stabil.

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Wird die Operation von der Krankenkasse ĂĽbernommen?

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Die Korrektur eingezogener Brustwarzen wird in manchen Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen — insbesondere bei funktionellen Beschwerden (Stillfähigkeit, rezidivierende Entzündungen). Bei rein ästhetischer Indikation handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung. Ich berate Sie gerne zu den Möglichkeiten der Kostenübernahme.

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Medizinisch geprĂĽft und verfasst von:
Alejandro Martí – Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie (DE & ES)
Letzte ĂśberprĂĽfung: April 2026

Literatur & Wissenschaftliche Quellen

  1. Toomey AE, Cape JD. „Mastopexy (Breast Lift).“ StatPearls. 2026. PubMed PMID 39808049
  2. Coriddi M et al. „BREAST-Q Outcomes before and after Bilateral Reduction Mammaplasty.“ Plastic and Reconstructive Surgery. 2021. PubMed PMID 33620922
  3. Yeslev M et al. „Outcomes and Outcome Measures in Breast Reduction Mammaplasty: A Systematic Review.“ Aesthetic Surgery Journal. 2020. PubMed PMID 31679031
  4. Tebbetts JB, Adams WP. „Five critical decisions in breast augmentation using five measurements in 5 minutes.“ Plastic and Reconstructive Surgery. 2005. PubMed PMID 16327616
  5. Knoedler S et al. „Quality of life and satisfaction after breast augmentation: A systematic review.“ Journal of Plastic, Reconstructive & Aesthetic Surgery. 2024. PubMed PMID 38945110
  6. Wang AT et al. „Patient-Reported Outcomes After Reduction Mammoplasty Using BREAST-Q: A Systematic Review.“ Plastic and Reconstructive Surgery. 2023. PubMed PMID 36411260
Alejandro Marti bester plastischer Chirurg NĂĽrnberg BONITAS
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