Eingezogene Brustwarzen

Oberkörper einer Frau mit natĂŒrlich geformter Brust, in petrolfarbener SpitzenwĂ€sche, Symbolbild zum Thema eingezogene Brustwarzen bei BONITAS in NĂŒrnberg

Auf einen Blick

Eingezogene Brustwarzen (Schlupfwarzen) entstehen, wenn verkĂŒrzte MilchgĂ€nge oder BindegewebsstrĂ€nge die Brustwarze nach innen ziehen. Angeborene Formen kommen bei bis zu 10 % der Bevölkerung vor, 87 % davon beidseitig, und sind in der Regel ohne gesundheitliche Gefahr.

Grad 1
Brustwarze lÀsst sich durch leichten Druck oder KÀltereiz manuell hervorholen
Grad 2
Brustwarze lĂ€sst sich hervorholen, zieht sich aber sofort wieder zurĂŒck
Grad 3
Brustwarze lÀsst sich auch durch Druck oder Stimulation nicht hervorholen
Stillen
bei Grad 1 in den meisten FÀllen möglich, bei Grad 3 oft nicht, unabhÀngig von einer Operation
Neu aufgetretene Einziehung
immer zeitnah Àrztlich abklÀren lassen, besonders wenn sie einseitig ist
Operative Korrektur
bei Grad 2 und 3 in der Regel die effektivste Option

Eingezogene Brustwarzen – medizinisch auch als Schlupfwarzen oder invertierte Mamillen bezeichnet – sind hĂ€ufiger als viele denken. Angeborene Schlupfwarzen kommen bei bis zu 10 % der Bevölkerung vor, MĂ€nner eingeschlossen, und sind zu 87 % beidseitig. In den meisten FĂ€llen handelt es sich um eine angeborene Besonderheit, die keine gesundheitliche Gefahr darstellt. Dennoch können eingezogene Brustwarzen das KörpergefĂŒhl beeinflussen und praktische EinschrĂ€nkungen mit sich bringen – etwa beim Stillen. Als Facharzt fĂŒr Plastische und Ästhetische Chirurgie behandle ich in meiner Praxis BONITAS in NĂŒrnberg Patientinnen, die sich eine Korrektur wĂŒnschen, und möchte in diesem Beitrag umfassend informieren.

Was sind eingezogene Brustwarzen?

Bei eingezogenen Brustwarzen (Schlupfwarzen) ist die Brustwarze ganz oder teilweise nach innen gezogen, anstatt leicht ĂŒber die BrustoberflĂ€che hervorzustehen. Die Ursache liegt in verkĂŒrzten MilchgĂ€ngen oder BindegewebsstrĂ€ngen, die die Brustwarze nach innen ziehen.

Wichtig zu unterscheiden: Es gibt einen großen Unterschied zwischen angeborenen und erworbenen eingezogenen Brustwarzen.

  • Angeboren: Seit der PubertĂ€t bestehend, meist beidseitig, in der Regel harmlos
  • Erworben: Neu aufgetreten – eine bisher normale Brustwarze zieht sich plötzlich oder allmĂ€hlich ein

Wichtiger Hinweis: Eine neu aufgetretene Einziehung der Brustwarze – insbesondere einseitig – sollte immer zeitnah Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. Sie kann ein Hinweis auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein, die eine weitere Diagnostik erfordert.

Die drei Grade eingezogener Brustwarzen

Eingezogene Brustwarzen werden in drei Schweregrade eingeteilt. Diese Einteilung ist wichtig, weil sie die Behandlungsmöglichkeiten und die Auswirkungen auf das Stillen beeinflusst.

Grad 1 – Leichte Inversion

  • Die Brustwarze lĂ€sst sich durch leichten Druck oder KĂ€ltereiz manuell hervorholen
  • Sie bleibt fĂŒr eine gewisse Zeit in der normalen Position
  • MilchgĂ€nge sind in der Regel nicht beeintrĂ€chtigt
  • Stillen ist meist möglich
  • Es besteht nur eine leichte Fibrose

Grad 2 – Moderate Inversion

  • Die Brustwarze lĂ€sst sich hervorholen, zieht sich aber sofort wieder zurĂŒck
  • Moderate Fibrose und teilweise verkĂŒrzte MilchgĂ€nge
  • Stillen kann erschwert sein
  • Konservative Maßnahmen (Saugvorrichtungen) zeigen oft nur kurzfristige Wirkung

Grad 3 – Schwere Inversion

  • Die Brustwarze lĂ€sst sich auch durch Druck oder Stimulation nicht hervorholen
  • AusgeprĂ€gte Fibrose und stark verkĂŒrzte MilchgĂ€nge
  • Stillen ist in den meisten FĂ€llen nicht möglich
  • HĂ€ufig besteht auch eine Hygiene-Problematik durch die tiefe EinstĂŒlpung
  • Eine operative Korrektur ist in der Regel die einzige wirksame Option

Ursachen eingezogener Brustwarzen

Angeborene Ursachen

Die hĂ€ufigste Ursache ist eine angeborene VerkĂŒrzung der MilchgĂ€nge (Ductus lactiferi) oder eine verstĂ€rkte Bindegewebsbildung im Bereich der Brustwarze. WĂ€hrend der Brustentwicklung in der PubertĂ€t wird die Mamille normalerweise durch das Wachstum des Brustgewebes nach außen geschoben. Sind die MilchgĂ€nge zu kurz, bleibt die Brustwarze eingezogen.

Erworbene Ursachen

Eine bisher normale Brustwarze, die sich plötzlich einzieht, kann verschiedene Ursachen haben:

  • EntzĂŒndungen: Mastitis oder Abszesse können Narbengewebe verursachen
  • Nach einer Brustoperation: Narbenzug nach vorherigen Eingriffen
  • Brusterkrankungen: Eine neu aufgetretene einseitige Einziehung muss abgeklĂ€rt werden
  • Alterungsprozesse: GewebeverĂ€nderungen im Laufe des Lebens

Wann solltest Du zum Arzt gehen?

Nicht jede eingezogene Brustwarze erfordert eine Àrztliche Behandlung. In folgenden Situationen ist jedoch eine AbklÀrung empfehlenswert:

  • Neu aufgetreten: Eine bisher normale Brustwarze zieht sich ein – vor allem einseitig
  • Begleitende Symptome: Sekretion, Rötung, HautverĂ€nderungen, tastbare VerhĂ€rtungen
  • Stillwunsch: Bei Kinderwunsch und bestehenden Schlupfwarzen kann eine frĂŒhzeitige Beratung sinnvoll sein
  • Psychische Belastung: Wenn die VerĂ€nderung das KörpergefĂŒhl oder die IntimitĂ€t beeintrĂ€chtigt
  • Hygienische Probleme: Bei tiefer EinstĂŒlpung (Grad 3) kann es zu wiederkehrenden EntzĂŒndungen kommen

Behandlungsmöglichkeiten bei eingezogenen Brustwarzen

Konservative Maßnahmen

Bei Grad 1 können konservative Maßnahmen versucht werden:

  • Niplette (Saugvorrichtungen): Kleine Kunststoffkappen, die durch sanften Unterdruck die Brustwarze hervorziehen. Die Anwendung erfolgt ĂŒber mehrere Wochen bis Monate. Der Erfolg ist bei Grad 1 möglich, bei Grad 2–3 meist nicht ausreichend.
  • Hoffman-Technik: Eine manuelle Dehntechnik, bei der die Brustwarze durch gegenlĂ€ufigen Druck an der Basis mobilisiert wird. Die wissenschaftliche Evidenz ist begrenzt.

Operative Korrektur

Bei Grad 2 und 3 ist eine operative Korrektur in der Regel die effektivste Option. Der Eingriff zĂ€hlt zu den kleineren Operationen der Brustkorrektur und wird bei BONITAS in Vollnarkose durchgefĂŒhrt.

Ablauf der Operation:

  • Ein kleiner Schnitt am Rand der Brustwarze
  • Lösung der verkĂŒrzten MilchgĂ€nge und BindegewebsstrĂ€nge, die die Brustwarze nach innen ziehen
  • Stabilisierung der Brustwarze in der neuen Position
  • Feine Naht – die Narbe ist nach Abheilung in der Regel kaum sichtbar

Wichtige Aspekte:

  • Dauer: Etwa 30–60 Minuten pro Seite
  • BetĂ€ubung: Vollnarkose
  • Ausfallzeit: Die meisten Patientinnen sind nach wenigen Tagen wieder gesellschaftsfĂ€hig
  • Sport: Leichte AktivitĂ€ten nach 1–2 Wochen, Oberkörpertraining nach 4–6 Wochen
  • Narbe: Am Brustwarzenhof – heilt erfahrungsgemĂ€ĂŸ sehr diskret ab

Stillen nach der Korrektur – was Du wissen solltest

Die Frage nach der StillfĂ€higkeit ist fĂŒr viele Patientinnen zentral. Die Antwort hĂ€ngt von der Operationstechnik und dem Grad der Inversion ab:

  • Milchgangerhaltende Technik: Bei leichteren Graden kann versucht werden, die MilchgĂ€nge zu erhalten. Die StillfĂ€higkeit kann in diesem Fall bestehen bleiben.
  • Milchgangtrennung: Bei Grad 3 ist es hĂ€ufig notwendig, die verkĂŒrzten MilchgĂ€nge zu durchtrennen, um ein stabiles Ergebnis zu erzielen. In diesem Fall ist Stillen in der Regel nicht mehr möglich.

Wenn ein Kinderwunsch besteht, bespreche ich mit Dir ausfĂŒhrlich die Optionen und wĂ€ge ab, welche Technik fĂŒr Deine Situation die sinnvollste ist.

Beratung bei BONITAS in NĂŒrnberg

Eingezogene Brustwarzen sind ein hĂ€ufiges Thema, ĂŒber das selten offen gesprochen wird. Viele Patientinnen tragen das Thema seit Jahren mit sich, bevor sie den Schritt zur Beratung machen. In meiner Praxis BONITAS nehme ich mir die Zeit, Deine Situation zu verstehen, die Möglichkeiten zu besprechen und gemeinsam die beste Lösung zu finden.

Wenn Du Fragen zu eingezogenen Brustwarzen hast oder eine Beratung wĂŒnschst, freue ich mich ĂŒber Deine Nachricht.

HĂ€ufige Fragen: Eingezogene Brustwarzen

Sind eingezogene Brustwarzen gefÀhrlich?

Angeborene eingezogene Brustwarzen sind in der Regel harmlos und stellen keine gesundheitliche Gefahr dar. Wenn sich eine bisher normale Brustwarze jedoch plötzlich einzieht – besonders einseitig – sollte dies zeitnah Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden, um andere Ursachen auszuschließen.

Kann ich trotz Schlupfwarzen stillen?

Bei Grad 1 ist Stillen in den meisten FĂ€llen möglich, gegebenenfalls mit Hilfsmitteln wie BrusthĂŒtchen. Bei Grad 2 kann es schwieriger sein. Bei Grad 3 ist Stillen oft nicht möglich – unabhĂ€ngig davon, ob eine Operation durchgefĂŒhrt wurde oder nicht. Eine Stillberatung vor der Geburt kann hilfreich sein.

Kommen eingezogene Brustwarzen nach einer OP zurĂŒck?

Die RĂŒckfallrate hĂ€ngt vom Grad der Inversion und der angewandten Technik ab. Bei erfahrener Operationstechnik und korrekter Indikation ist die Rate gering. Bei Grad 3 mit vollstĂ€ndiger Milchganglösung ist das Ergebnis in der Regel dauerhaft stabil.

Wird die Operation von der Krankenkasse ĂŒbernommen?

Die Korrektur eingezogener Brustwarzen wird in manchen FĂ€llen von den gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernommen – insbesondere bei funktionellen Beschwerden (StillfĂ€higkeit, rezidivierende EntzĂŒndungen). BONITAS rechnet ausschließlich privat ab. Wenn Du eine KostenĂŒbernahme anstrebst, wende Dich bitte direkt an Deine Kasse. Bei rein Ă€sthetischer Indikation handelt es sich um eine Selbstzahlerleistung. Ich berate Dich gerne zu den Möglichkeiten der KostenĂŒbernahme.

Ist eine eingezogene Brustwarze immer Krebs?

Nein. Die meisten eingezogenen Brustwarzen sind angeboren oder entstehen durch Stillen, Gewichtsverlust oder das Alter und sind harmlos. Ärztlich abklĂ€ren lassen solltest Du aber jede Brustwarze, die sich neu und nur auf einer Seite einzieht, besonders zusammen mit einem tastbaren Knoten, HautverĂ€nderungen oder Ausfluss. Erste Anlaufstelle ist Deine FrauenĂ€rztin oder Dein Frauenarzt.

Warum zieht sich die Brustwarze im Alter ein?

Mit dem Alter und nach den Wechseljahren bildet sich DrĂŒsengewebe zurĂŒck und wird durch Fett ersetzt, außerdem können sich die MilchgĂ€nge verkĂŒrzen. Dadurch zieht sich die Brustwarze manchmal nach innen, meist langsam und auf beiden Seiten. Passiert das plötzlich oder nur einseitig, gehört es Ă€rztlich untersucht.

Literatur & Wissenschaftliche Quellen

7 Quellen
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