Tubuläre Brust

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Tubuläre Brust — was verbirgt sich hinter dieser Brustfehlbildung?

Die tubuläre Brust — auch Schlauchbrust, Rüsselbrust oder tuberous breast genannt — ist eine angeborene Fehlbildung der weiblichen Brust, die häufiger vorkommt als viele denken. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 5 % aller Frauen eine Form der tubulären Brust aufweisen, wobei milde Ausprägungen oft unerkannt bleiben. Für betroffene Frauen bedeutet diese Brustform häufig eine erhebliche psychische Belastung. In diesem Beitrag erklären wir, was die tubuläre Brust medizinisch ausmacht, welche Schweregrade es gibt und welche chirurgischen Brustkorrekturmöglichkeiten bestehen.

Was ist eine tubuläre Brust?

Bei der tubulären Brust ist die Entwicklung der Brustdrüse während der Pubertät gestört. Es bildet sich ein einengendes Bindegewebsring an der Brustbasis, der das normale Wachstum der Brust verhindert. Das Ergebnis ist eine Brust mit charakteristischen Merkmalen:

  • Schmale, eingeschnĂĽrte Brustbasis — die Brust setzt nicht breit am Brustkorb an, sondern wirkt röhrenförmig
  • Herniierung des DrĂĽsengewebes — das Brustgewebe drĂĽckt sich durch den Warzenhof nach vorne, wodurch dieser vergrößert und vorgewölbt erscheint
  • Hohe Unterbrustfalte — die Inframammärfalte sitzt höher als anatomisch ĂĽblich
  • Asymmetrie — häufig sind beide BrĂĽste unterschiedlich stark betroffen
  • Wenig Gewebevolumen — besonders in den unteren und seitlichen Quadranten

Die Klassifikation nach Grolleau

Die Einteilung der tubulären Brust erfolgt international meist nach der Klassifikation von Grolleau, die drei Schweregrade unterscheidet:

  • Grad I (mild): Der untere innere Quadrant der Brust ist unterentwickelt. Die Brust wirkt leicht nach auĂźen gerichtet, die Gesamtform ist aber oft nur gering verändert. Viele Frauen bemerken lediglich eine dezente Asymmetrie.
  • Grad II (moderat): Beide untere Quadranten (innen und auĂźen) sind betroffen. Die Brustbasis ist deutlich eingeschnĂĽrt, der Warzenhof beginnt sich vorzuwölben. Die Brust wirkt „nach unten hin leer“.
  • Grad III (ausgeprägt): Alle vier Quadranten sind betroffen. Die Brust hat eine deutlich tubuläre (schlauchförmige) Form, die Basis ist stark eingeschnĂĽrt, und die Herniierung durch den Warzenhof ist prominent. Hier besteht meist eine erhebliche subjektive Belastung.

Warum verursacht die tubuläre Brust so viel Leidensdruck?

Die tubuläre Brust ist medizinisch betrachtet keine gefährliche Erkrankung. Sie beeinträchtigt weder die Stillfähigkeit zwingend noch die körperliche Gesundheit. Dennoch berichten betroffene Frauen häufig von:

  • Scham beim Entkleiden, in Beziehungen oder beim Sport
  • Schwierigkeiten, passende BHs oder Bademode zu finden
  • Dem GefĂĽhl, dass die eigene Brust „nicht normal“ aussieht
  • Jahrelanger Unsicherheit, weil die Diagnose nie gestellt wurde

Viele Frauen erfahren erst im Erwachsenenalter, dass ihre Brustform einen medizinischen Namen hat. Allein dieses Wissen kann bereits entlastend sein.

Wie wird eine tubuläre Brust korrigiert?

Die Korrektur der tubulären Brust gehört zu den anspruchsvollsten Eingriffen der Brustchirurgie. Es reicht nicht aus, einfach ein Brustvergrößerung mit Implantaten einzusetzen — die besondere Anatomie erfordert eine individuelle Operationsstrategie, die mehrere Techniken kombiniert.

Lösung des einschnürenden Rings (Scoring)

Das einengende Bindegewebe an der Brustbasis wird von innen eingekerbt (sogenanntes „Scoring“ oder Rillung). Dadurch kann sich das Brustgewebe in die unteren Quadranten entfalten und eine natürlichere Form annehmen. Dieser Schritt ist entscheidend für das Ergebnis.

Brustimplantat

Ein anatomisch geformtes oder rundes Implantat kann Volumen ergänzen und die Brustform auffüllen — insbesondere in den unterentwickelten Bereichen. Die Wahl des Implantats (Größe, Profil, Lage) richtet sich nach dem individuellen Befund und den Wünschen der Patientin.

Eigenfetttransfer (Lipofilling)

Bei milderen Formen oder als Ergänzung zum Implantat kann körpereigenes Fettgewebe in die Brust eingebracht werden. Der Vorteil: ein besonders natürliches Ergebnis. Der Nachteil: begrenzte Volumenzunahme pro Sitzung und eine Spenderzone für die Fettentnahme ist notwendig.

Verkleinerung des Warzenhofs

Die Herniierung des Drüsengewebes durch den Warzenhof führt oft zu einem vergrößerten Areolarkomplex. Eine Verkleinerung des Warzenhofs ist in den meisten Fällen Teil der Korrektur und trägt wesentlich zur harmonischen Gesamtoptik bei.

Neupositionierung der Unterbrustfalte

Die häufig zu hoch sitzende Inframammärfalte wird nach unten versetzt, um eine natürliche Brustform mit angemessener Unterbrustfülle zu erreichen.

Was Sie von der Korrektur erwarten können

Die Korrektur einer tubulären Brust ist kein Standardeingriff. Jede Brust ist anders, und die Kombination der Techniken muss individuell geplant werden. Folgende Punkte sind wichtig:

  • In vielen Fällen ist ein einziger Eingriff ausreichend, manchmal sind jedoch Folgeeingriffe sinnvoll
  • Eine vollständige Symmetrie ist nicht immer erreichbar — natĂĽrliche BrĂĽste sind nie völlig symmetrisch
  • Die Narben hängen von der gewählten Technik ab — häufig periareolär, bei stärkeren Korrekturen auch vertikal
  • Das endgĂĽltige Ergebnis zeigt sich nach 6 bis 12 Monaten

Beratungsgespräch bei BONITAS in Nürnberg

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Sie eine tubuläre Brust haben, ist der erste Schritt ein persönliches Beratungsgespräch. Alejandro Marti, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, nimmt sich die Zeit, Ihre Anatomie zu analysieren, den Schweregrad einzuordnen und gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan zu erarbeiten.

Bei BONITAS steht nicht die schnelle Lösung im Vordergrund, sondern ein Ergebnis, das zu Ihnen passt — natürlich und harmonisch.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich, ob ich eine tubuläre Brust habe?

Typische Hinweise sind eine schmale Brustbasis, ein vorgewölbter Warzenhof, wenig Fülle im unteren Brustbereich und eine deutliche Asymmetrie. Eine sichere Diagnose kann nur ein Facharzt für Plastische Chirurgie im Rahmen einer klinischen Untersuchung stellen.

Ist die Korrektur einer tubulären Brust eine medizinische Leistung?

In ausgeprägten Fällen (insbesondere Grad II und III) kann die tubuläre Brust als Brustfehlbildung eingestuft werden. Ob die Krankenkasse Kosten übernimmt, hängt vom Einzelfall, dem Schweregrad und der Kassenlage ab. Eine fachärztliche Dokumentation ist Voraussetzung für einen Antrag.

Welche Narben entstehen bei der OP?

Bei milderen Formen reicht oft ein periareolarer Schnitt (um den Warzenhof). Bei stärkeren Korrekturen kann ein vertikaler Schnitt nach unten notwendig sein. Die Narben verblassen in der Regel über 12 bis 18 Monate deutlich.

Kann ich nach der Korrektur stillen?

In den meisten Fällen bleibt die Stillfähigkeit erhalten, da die Milchgänge geschont werden. Allerdings kann die Stillfähigkeit bei einer tubulären Brust bereits vor der Operation eingeschränkt sein — dies hängt vom Ausmaß der Drüsengewebsentwicklung ab.

Ab welchem Alter ist eine Korrektur möglich?

Eine Korrektur ist sinnvoll, wenn die Brustentwicklung abgeschlossen ist — in der Regel ab dem 18. Lebensjahr. In begründeten Fällen mit hohem Leidensdruck kann auch früher operiert werden, dies wird individuell besprochen.

Medizinisch geprĂĽft und verfasst von:
Alejandro Martí – Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie (DE & ES)
Letzte ĂśberprĂĽfung: April 2026

Literatur & Wissenschaftliche Quellen

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  6. Wang AT et al. „Patient-Reported Outcomes After Reduction Mammoplasty Using BREAST-Q: A Systematic Review.“ Plastic and Reconstructive Surgery. 2023. PubMed PMID 36411260
Alejandro Marti bester plastischer Chirurg NĂĽrnberg BONITAS
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